Entwicklung des Bereiches Melcherstiege
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Beschluss zur Durchführung des Workshopverfahrens
| 14.06.2005 |
1. Teil des Ideenworkshop
| 28.04.2007 |
2. Informations- und Diskussionstermin des Workshops
| 24.05.2007 |
Sachstandsbericht zum Ergebnis des Workshopverfahrens im Bau- und Planungsausschuss | 27.11.2007 |
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Ideenworkshop
Mit der Durchführung des Ideenworkshops sollte den Bürgern die Möglichkeit gegeben werden, selbst am Planungsprozess teilzunehmen und bei der Entwicklung von Planalternativen aktiv mitzuwirken und somit neue Impulse für die weitere Planung zu finden. Insgesamt beteiligten sich etwa 40 Bürger und Interessenvertreter aus Politik, Vereinen und Verbänden aktiv an der Erarbeitung von Entwicklungsperspektiven.
Für die Durchführung des Workshops waren insgesamt 2 Termine im Bürgerhaus Dülken vorgesehen; moderiert wurden die Veranstaltungen von Frau Prof. Christa Reicher, TU Dortmund.
In dem 1. Teil des Ideenworkshops am 28.04.2007 sollten sich die Teilnehmer nach einer Einführung in das Thema zu Arbeitsgruppen zusammenschließen, in denen die unterschiedlichen Szenarien weiter bearbeitet und ausformuliert werden sollten. Hierbei wurden die Szenarien „Grün/Freizeitanlage“, „Wohnen“ und „Ergänzende Innenstadt stärkende Nutzungen“ in den Arbeitsgruppen intensiv diskutiert und konkrete Vorschläge entwickelt.
Die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen wurden für den 2. Informations- und Diskussionstermin des Workshops am 24.05.2007 aufgearbeitet und im Plenum eingehend diskutiert. Im Ergebnis verständigten sich die Teilnehmer darauf, bei der weiteren Entwicklung des Bereiches Melcherstiege nachfolgende Zielvorstellungen aufzugreifen.
- Brückenschlag zwischen Melcherstiege und Hauptgeschäftszone
Der Bereich Melcherstiege soll besser mit der Hauptgeschäftszone Lange Straße verknüpft werden. Die zum größten Teil bebauten Flächen zwischen Westgraben und Westwall sind hierbei von besonderer Bedeutung. Die zur Zeit kaum genutzten Flächen sollen für attraktive Einzelhandelsnutzungen aktiviert werden; beispielsweise durch neue kleinteilige Nutzungsstrukturen im Verlauf der Börsenstraße oder durch Umnutzungen z.Zt. gewerblicher Lagernutzungen als überdachte Markthalle; möglicherweise in Verbindung mit einer neuen Fußgängerpassage. Eine gemischte Handels- bzw. Wohnnutzung wäre gegebenenfalls auch auf den benachbarten, heute noch als Parkplatz genutzten Flächen denkbar.
- Schaffung bzw. Erhaltung einer „Grünen Mitte“ mit Erholungs-, Freizeit- und Spielfunktionen
Die vielfältigen Funktionen der Freifläche Melcherstiege sollen aufgenommen und ergänzt werden. Zentrales Element soll eine Parkanlage mit vielen Funktionen (Spielen, Freizeit, Wasserspiel) und Verknüpfungen mit dem Umfeld sein.
- Schaffung von attraktiven fußläufigen Verbindungen mit der Hauptgeschäftszone und den umliegenden (potenziellen) Wohnbereichen
Im Zusammenhang mit einer zentralen Grünfläche sollen auch die Fußwege besonders entwickelt und mit den angrenzenden Siedlungsbereichen verbunden werden. Besonderes Augenmerk sollte auf eine verbesserte Verbindung zwischen dem Bereich Melcherstiege und der Hauptgeschäftszone durch attraktive Fußwege gelegt werden.
- Zentraler Busumsteigebereich
Der Busumsteigebereich sollte in seiner Flächendimensionierung beschränkt und im Zusammenhang mit einer zusätzlichen baulichen Nutzung weiterentwickelt werden; beispielsweise könnten in diesem Teilbereich Dienstleistungsangebote in Ergänzung der Innenstadtnutzungen entstehen oder ein besonderer Mobilitätspunkt aufgebaut werden. Die benachbarten bzw. rückwärtig anschließenden Flächen könnten in diese Überlegungen miteinbezogen werden.
Genauso wird für die weiteren Teilbereiche grundsätzlich die Notwendigkeit gesehen, diese in ein Gesamtkonzept einzubeziehen. Anders als in den vorgenannten Bereichen werden hier jedoch unterschiedliche Zielsetzungen vorgeschlagen:
- Besondere, überregional ausstrahlende Angebote für den Teilbereich Wasserstraße/Bücklerstraße
Die städtebaulich prägnante Ecklage Wasserstraße/Bücklerstraße soll für ein besonderes Nutzungsangebot vorgehalten werden; beispielhaft werden hier Sauna- und/oder Wellnessangebote angeführt, möglichst mit einer über den engeren Bereich hinaus reichenden, überregionalen Ausstrahlung. Alternativ dazu wären an dieser Stelle auch besondere Wohnformen (Stadt- bzw. Mehrgenerationenhäuser) oder eine zusätzliche Indoor-Spielfläche, d.h. eine überdachte Spielanlage, denkbar.
- Multifunktionale Fläche
Neben den bestehenden Freiflächenangeboten wird vorgeschlagen, eine multifunktionale Fläche anzubieten, die im Bedarfsfall sowohl als Parkplatz und/oder Veranstaltungsfläche (z.B. für Zirkus etc.) genutzt werden kann. Möglicherweise könnte die Einrichtung einer solchen Fläche anstelle von Teilflächen des Parkplatzes entstehen.
- Bauliche Abrundung
Im südlichen Teilbereich der Melcherstiege sollen im Anschluss an die bebauten Flächen der Venloer Straße zusätzliche Baustrukturen entstehen. Das Nutzungsspektrum für diese baulichen Abrundungen reicht von Mehrgenerationenwohnen über altengerechte Wohnformen bis zu einer gemischten Nutzung aus Wohnen in Verbindung mit Gewerbe bzw. Einzelhandel (s.o.).
Ausblick
Die Ergebnisse des Workshops sollen in einem nächsten Schritt detaillierter ausgearbeitet und zusammengeführt werden. Hierbei wird es zunächst darauf ankommen, die aus den verschiedenen Arbeitsgruppen des Workshops deutlich gewordenen Gemeinsamkeiten auf ihre Machbarkeit hin genauer zu untersuchen und in einem funktionierenden Plankonzept, einem Rahmenplan, darzustellen. Für die verschiedenen Funktionen, die innerhalb des Planbereiches angedacht werden, sollen die entsprechenden Flächen bestimmt und die Rahmenbedingungen genauer definiert werden, ohne jedoch unveränderliche planerische Vorgaben zu machen (s.o.). Der Rahmenplan soll dabei als Handlungsleitlinie dienen, auf dessen Grundlage alle planerischen Entscheidungen in diesem Raum getroffen werden und gegebenenfalls dann angepasst werden, wenn sich die künftigen Nutzungsansprüche ändern sollten.
Um einen aktuellen Austausch über den Planungsprozess zu gewährleisten, soll die Diskussion mit der Bürgerschaft nach Erarbeitung der Rahmenplanung und dessen Beratung in den politischen Gremien fortgeführt werden.
Eine vollständige Dokumentation des Workshops findet sich in den anliegenden Planunterlagen.