| Beschluss zur Durchführung des Workshopverfahrens | 14.06.2005 |
| 1. Teil des Ideenworkshops | 28.04.2007 |
| 2. Informations- und Diskussionstermin des Workshops | 24.05.2007 |
| Sachstandsbericht zum Ergebnis des Workshopverfahrens im Bau- und Planungsausschuss | 27.11.2007 |
| Beschluss der Rahmenplanung durch den Bau- und Planungsausschuss | 10.03.2009 |
| Informationsveranstaltung zur Rahmenplanung 19 Uhr Mensa Ost-Schule Kettelerstraße 45 | 15.06.2009 |
Aufgabe der Rahmenplanung ist es, die gemeinsam mit den Bürgern erarbeiteten Ziele aus dem Workshop-Verfahren in einen städtebaulich stimmigen und ausgewogenen Entwurf einzuarbeiten. Die Rahmenkonzeption definiert die wesentlichen Ziele und Inhalte der weiteren städtebaulichen Entwicklung, lässt aber – im Gegensatz zu einem Bebauungsplan – für zukünftige Entwicklungen einen ausreichenden Handlungsspielraum. Dieser ermöglicht es flexibel auf unterschiedliche Nutzungsansprüche zu reagieren.
Für einige Nutzungsansprüche gab es im Workshop einen weitestgehenden Konsens (Busumsteigepunkt, Grüne Mitte, Verbesserung der Anbindung an die Geschäftszone), bei anderen Teilflächen (z.B. Eckbebauung Bücklersstraße/Wasserstraße) dienen die Darstellungen als Platzhalter für potenzielle Nutzungsansprüche.
Sowohl aus Sicht der ÖPNV-Betreiber als auch der -Nutzer ist die Errichtung eines zentralen Haltestellenbereiches, wie in den Stadtteilen Viersen und Süchteln, sinnvoll und notwendig, um die Nutzerfreundlichkeit des öffentlichen Personen-Nahverkehrs zu unterstützen. Die bisherigen zwei Haltestellen „Mariensäule“ und „Venloer Straße“ können mit der Realisierung eines Busumsteigebereiches an einer zentralen Stelle zusammengefasst werden, so dass die Attraktivität (und die Nutzerfreundlichkeit) des ÖPNV wesentlich gesteigert wird.
Der Bereich zwischen den potenziellen Bauflächen in der Ecklage Bücklersstraße/Wasserstraße, dem Busumsteigebereich, dem öffentlichen Parkplatz Melcherstiege und den Arrondierungsflächen im südlichen Teilbereich soll als Freifläche vorgehalten werden und den verschiedensten Nutzergruppen zur Verfügung stehen.
Im Hinblick auf die verdichtete Bauweise und damit einhergehende bestehende Defizite des Freiraumes im Dülkener Kernbereich sind die Flächen mit den vielfältigen Grün- und Freiflächenfunktionen auf der Melcherstiege eine wesentliche Voraussetzung, um die Attraktivität des Ortskerns als Wohnstandort zu stärken.
Der Parkplatz Melcherstiege ist aufgrund seiner Stellplatzzahl und der unmittelbaren Lage zur Innenstadt ein wesentlicher Baustein der innerstädtischen Parkplatzkonzeption. Über einen direkten Anschluss an die Wasserstraße mit einer separaten Linksabbiegespur wird hier ein Parkplatzangebot für etwa 150 öffentliche Plätze zur Verfügung gestellt.
Im Hinblick auf die Veränderungen in der Einzelhandelslandschaft mit der Tendenz, neue Standorte außerhalb der Kernbereiche zu erschließen, ist der Parkplatz an der Melcherstiege ebenso von besonderer Bedeutung: Mit einem angemessenen Parkplatzangebot ist die Möglichkeit gegeben, dieser für die Innenstadt nachteiligen Entwicklung zu begegnen.
Im Übergangsbereich zwischen Lange Straße und Melcherstiege liegt ein bedeutendes Potenzial für die Verknüpfung der Innenstadt mit den geplanten Nutzungen auf der Melcherstiege. Die Ansiedlung Innenstadt stärkender Nutzungen könnte positive Impulse für den Kernbereich geben und eine optimale Verzahnung des vorhandenen Geschäftszentrums mit den Entwicklungen auf der unmittelbar angrenzenden Melcherstiege herstellen. Gerade wegen des unmittelbar benachbarten Parkflächenangebotes kann in diesem Bereich eine nachhaltige Entwicklung zur Stärkung der Innenstadt erzielt und den Abwanderungsbestrebungen von Einzelhandelsbetrieben auf die „grüne Wiese“ planvoll entgegengewirkt werden.
Der Graben-Wall-Bereich bis zur Lange Straße ist nicht nur Verbindungsglied zwischen der Melcherstiege und der Innenstadt, sondern gleichfalls auch als Einstieg für eine Attraktivitätssteigerung weiterer Teile der Dülkener Innenstadt zu sehen. Innerhalb dieses Teilbereiches wird es vor allem darauf ankommen, einen attraktiven Brückenschlag zur Innenstadt sowohl in baulicher als auch nutzungsspezifischer Hinsicht zu realisieren.
Im Anschluss an die Wohnbebauung Gasstraße / Bücklersstraße / Venloer Straße (ehemaliges Hallenbad) werden zusätzliche Baumöglichkeiten in Form von 2-3-geschossigen Stadtvillen vorgesehen, in direktem Anschluss an die öffentlichen Grünflächen bzw. am Park gelegen. Die Erschließung erfolgt über eine fußgängerfreundliche Straße in Verlängerung der Gasstraße. Stellplätze können in notwendigem Umfang auf den Grundstücken selbst errichtet werden. Zusammen mit der Baulückenschließung an der Venloer Straße und weiteren Bauflächen westlich des Parks könnten hier insgesamt ca. 8-10 Stadthäuser entstehen.
In der Rahmenkonzeption ist im Eckbereich Bücklersstraße / Wasserstraße eine Entwicklung als Wohnstandort - gewissermaßen als Platzhalter - dargestellt, ohne diese Nutzung gegenüber einem anderen, „besonderen Nutzungsangebot“ zu bevorzugen. Nach wie vor wird ein „besonderes Nutzungsangebot“ mit überregionaler Ausstrahlung (z.B. Wellnesseinrichtung) als gleichwertige Alternative dazu weiterverfolgt werden.
Im Hinblick auf den demografischen Wandel wären besondere Wohnformen, z.B. Stadthäuser oder Angebote für generationsübergreifende Wohnformen, für junge sowie ältere Bevölkerungsgruppen denkbar. Aufgrund der Lärmsituation muss dabei eine Baustruktur entwickelt werden, durch die die empfindlicheren Wohnbereiche von den Lärmquellen abgeschirmt und die Nebenflächen als Puffer dazu angeordnet werden.
Am 15.06.2009 fand eine weitere Informationsveranstaltung zur künftigen städtebaulichen Entwicklung des Bereiches der Melcherstiege statt. In der Mensa der Ostschule fanden sich am Montagabend etwa 80 Zuhörer ein, die sich über den aktuellen Planungsstand informieren wollten.
Moderiert wurde die Veranstaltung, wie auch der zurückliegende Ideenworkshop, wieder von Frau Professor Reicher von der Universität Dortmund. Zusammen mit den Vertretern der Stadt (Manfred Kuropka und Walter Jenniches, Fachbereich Stadtplanung) wurde der interessierten Bürgerschaft die aktuelle Rahmenkonzeption im Detail vorgestellt. Mit der nochmaligen Beteiligung sollte der Bürgerschaft und insbesondere den Teilnehmern des Workshops die Gelegenheit gegeben werden sich über die Umsetzung ihrer Ideen zu informieren und sich in den weiteren Planungsprozess einzubringen.
Gerade im Übergangsbereich zwischen der Melcherstige und der Lange Straße konnte die Stadt in den letzten 2 Jahren durch den Erwerb einiger Schlüsselgrundstücke die Voraussetzung zur Verbesserung der Innenstadtanbindung schaffen.
Mit einem ersten Realisierungsschritt ist noch im Jahre 2009 mit dem Baubeginn des Busumsteigepunktes an der Wasserstraße zu rechnen, an dem insgesamt 7 Buslinien zusammengeführt werden; der Bereich zwischen Busumsteigepunkt und Park bietet sich für ergänzende Dienstleistungsangebote an.
Die von der Stadtplanungsabteilung auf der Grundlage des Ideenworkshops (Frühjahr 2007) entwickelte Rahmenplanung traf in der Informationsveranstaltung auf überwiegend positive Resonanz.
Besondere Beachtung fanden die dreidimensionalen Darstellungen der Rahmenplanung, die eine anschauliche Vision der zukünftigen Entwicklung boten.
Das Gesamtkonzept besteht aus mehreren unabhängig voneinander realisierbaren Teilbausteinen. So ist es möglich, dass die Zielsetzungen der Gesamtkonzeption schon sehr bald Gestalt annehmen. Gerade die neuesten baulichen Entwicklungen im Dülkener Ortskern und dessen näherem Umfeld machen deutlich, dass die Potentiale des Dülkener Ortskerns endlich wahrgenommen werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Flair der historischen Altstadt, welches auch in den Bereich der Melcherstiege ausstrahlt.
Der Rahmenplan ermöglicht nunmehr eine aktive Bewerbung und Vermarktung der Potentialflächen. Für Teilflächen ist die Schaffung entsprechender Planungsrechte (Bebauungsplan und Flächennutzungsplan) in Abhängigkeit von den Nutzungsvorstellungen noch erforderlich.



